Mediation Wolfgang Paul Lange
+++   Muss ein Konflikt mit einem anderen Unternehmen vor Gericht enden?   +++                                                                    +++   Was motiviert Mitarbeiter?   +++                                                      +++   Wenn wir uns trennen, können wir Freunde bleiben?   +++                         

Ökonomische Gesamtbetrachtung

Bei Gerichtsverfahren wird stets auf Konfrontation der Parteien, nicht aber auf eine Lösung des bestehenden Konfliktes gelenkt. Die Belastung von Körper, Geist und Seele, die ein solches Verfahren mit sich bringt, ist nicht zu unterschätzen.

Bei Gerichtsverhandlungen ist die örtliche und sachliche Zuständigkeit der Gerichte fest durch die Zivilprozessordnung vorgegeben. Bei der Mediation besteht hingegen die freie Wahl des Mediators und der „Verhandlungsstätte“, was von Vorteil für die Parteien sein kann, da bereits hier Kompromisse geschlossen werden können, falls zwischen den Parteien eine örtliche Distanz liegt.

Bei einer öffentlichen Gerichtsverhandlung ist weiterhin ein möglicher Imageverlust der Beteiligten durch ggf. Anwesenheit von Presse etc. zu befürchten. Dies wird noch dadurch verstärkt, dass in der Verhandlung eben nur rechtlich relevante Fakten verhandelt werden, aber der Konflikt nicht in seinen gesamten Facetten und somit auch von Außenstehenden nicht in seiner Gesamtheit erfasst werden kann. Dadurch können schnell Fehlurteile und schlechte Propaganda in den Reihen der anwesenden Dritten entstehen.

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Fallbeispiel aus der Praxis

Ein deutsches Unternehmen liefert an eine österreichische Firma eine vollautomatische Anlage zum Herstellen von Autoshampoos zu einem Gesamtpreis von 250.000,00 €. Nach Inbetriebnahme der Anlage kommt es wiederholt zu Störungen im Produktionsprozess. Die Bestellerfirma macht dafür Mängel der Anlage verantwortlich, die Herstellerfirma sieht die Hauptursache in Bedienungsfehlern, ferner darin, dass mit der Erstellung der Software für die elektronische Prozesssteuerung nicht die, von ihr empfohlene Firma beauftragt wurde. Versuche einer direkten Einigung zwischen beiden Seiten blieben erfolglos. Trotz bereits erfolgter Abnahme hält die Bestellerfirma 50.000,00 € zurück. Es droht eine Klage über diesen Betrag mit zu erwartender Widerklage hinsichtlich der Mängelbeseitigung. Die Geschäftsführer beider Unternehmen entschließen sich zur Mediation, da nach ihrer übereinstimmenden Auffassung ein gerichtlicher Rechtsstreit - unabhängig von seinem Ergebnis - unverhältnismäßige Nachteile für beide Seiten mit sich bringen würde, mit ungewissem Ausgang, langer Dauer und hohen Kosten. Die Mediation wird in der Kanzlei des Mediators in einer einzigen Sitzung von rund zehn Stunden Dauer durchgeführt, unter Teilnahme der beiden Geschäftsführer. Ergebnis ist eine beiderseitige Einigung darauf, dass sowohl der deutsche, als auch der österreichische TÜV eingeschaltet wird. Deren Lösung wird Inhalt einer vertraglichen Vereinbarung zwischen den Parteien. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen läuft seitdem zur beiderseitigen vollen Zufriedenheit.